Komplexe globale Zusammenhänge, der Wandel hin zu einer post-industriellen Gesellschaft, neue Herausforderungen im Umgang mit unseren ökologischen Ressourcen und eine verstärkt heterogene soziale Struktur sind Entwicklungen, die im laufenden Jahrhundert nach Lösungen suchen.
Die Methoden und Bauformen unserer Vorgenerationen passen uns nicht mehr, wir sind herausgewachsen wie aus alten Anzügen, wenn sich auch einige von uns danach zurücksehnen. Die Gesellschaft entwickelt sich weiter und wir sehen das grundsätzlich als etwas Positives. In diesem ständigen Wandel sind wir auf der Suche nach neuen Formulierungen, neuen räumlichen Möglichkeiten, einer neuen Sprache. Im Mittelpunkt steht aber immer der Ausgangspunkt jeder baulichen Maßnahme, die Bedürfnisse von Menschen, seien sie faktischer oder spiritueller Natur. Einige davon sind alt, andere sind eben erst entstanden und es ist an uns, darauf zeitgemäße Antworten zu finden.

Um aber neue Lösungen entstehen zu lassen, müssen Grenzen ausgelotet werden. Das bedeutet nicht immer alles umzuwerfen, oft haben auch kleine Veränderungen große Auswirkung, aber es verlangt immer Mut. Mut zur eigenen Identität, und zu neuen Sichtweisen.

Wir arbeiten in dem Bewusstsein, dass unser räumliches Umfeld ständig maßgebenden Einfluss auf den Menschen hat, sei es künstlichen oder natürlichen Ursprunges. Der Entwurfsprozess selbst ist daher immer eine intensive Auseinandersetzung mit den kulturellen und klimatischen Gegebenheiten, dem räumlichen Kontext und den individuellen Besonderheiten, Bedürfnissen und der Identität des Nutzers. So findet ein intensiver Austausch mit dem Nutzer statt und führt im Entwurfsprozess zu einer ständigen Wechselwirkung zwischen Entwicklung und Überprüfung der Ergebnisse. Diese Vorgehensweise bereichert und verbessert den Entwurf mit jedem Zyklus. Im Vordergrund steht dabei immer die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen und ihrer Umgebung.

Es geht aber um mehr als nur um reine Funktion, das Gebaute muss inspirieren, es muss im Betrachter Emotionen hervorrufen. Der Raum will entdeckt werden, erst beim Durchwandern allmählich seine Geheimnisse preisgeben und räumliche Situationen bilden, die der Menschen erobern kann. Gleichzeitig ist die Auflösung des Raumes und die Suche nach neuen Gestaltungsansätzen, die mit dem Konnotierten brechen und in dem sich das Gebäude mehr als Teil des Umraumes als dessen Gegensatz versteht, ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit.

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